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Trisomie 21: Verlust des Cohesin-Komplexes als Ursache?

17/03/2016 | Forschung

Dass der Cohesin-Komplex bei Frauen im Alter verloren geht und die Eizellen diesen nicht erneuern können, könnte erklären, warum ältere Frauen häufiger Kinder mit Trisomie 21 bekommen. Fehlt Cohesin, kann dies zur fehler­haften Chromo­so­men­auf­tei­lung beitragen. Forscher am Institut für moleku­lare Biotech­no­logie (IMBA) in Wien haben entdeckt, dass die Teilung von Eizellen bei Säuge­tieren vom Cohesin-Komplex abhängt; er umschließt die Chromo­somen schon vor der Geburt und geht mögli­cher­weise mit den Jahren verloren. Die Studie basiert auf Tachi­bana-Konwalskis Arbeit als Postdoc an der Univer­sität Oxford, die zeigt, dass sich Cohesin während eines Zeitraums von zwei bis drei Wochen vor der Ovula­tion in Eizellen nicht erneuert. Das IMBA-Team fand nun heraus, dass Cohesin in erwach­senen Mäusen mindes­tens vier Monate lang aufrecht­erhalten wird und sich nicht erneuert. Umgelegt auf den Menschen bedeutet dies, dass Cohesin mögli­cher­weise die Chromo­somen in den Eizellen der Frauen für Jahrzehnte ohne Erneue­rung zusam­men­hält. Der alters­be­dingte Verlust von Cohesin ist laut den Forschern daher wahrschein­lich irrever­sibel.
APA/Current Biology

Quelle http://www.aerztezeitung.at/archiv/oeaez-2016/oeaez‑5–10032016/medizinische-kurzmeldungen-alzheimer-hirnhaut-transplantation-fitness-gehirnleistungen-erinnerungen-stat5-krebs-abwehrreaktion-trisomie-21-cohesin-hiv-gentherapie-china-krebs.html